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Molle & PALS – Das Tragesystem der Zukunft?

„Ein Molle zischen“ so heißt es im Großraum Berlin, wenn es darum geht ein Bier zu trinken. Molle ist aber weit mehr als ein kühles Blondes.

Das Molle Tragesystem

Den meisten ist das Molle-System bekannt, jedoch besteht dieses System aus weit mehr als den typischen Molle-Schlaufen. „Molle“ ist die Abkürzung für MOdular Lightweight Load-carrying Equipment. Zu Deutsch bedeutet das: Modulare leichtgewichtige Trageausrüstung. Das Molle-System wurde ab dem Jahr 1994 von der United States Army in Kooperation mit dem United States Marine Corp entwickelt. Ursprünglich besteht das Molle-System aus mehreren standardisierten Komponenten, wie zum Beispiel der Kampfweste, dem großen Rucksack sowie einem kleineren Kampfrucksack, dem Trinksystem, der Hüfttasche und diversen Zusatztaschen. Diese Funktionalität ermöglicht den Soldaten eine individuelle und perfekt auf den jeweiligen Einsatz abgestimmte Ausrüstung mit sich zu führen. Deshalb ist ein Rucksack, der mit diesem modularen Befestigungssystem ausgestattet ist, der ideale Bug Out Bag.

Step by Step – Zur Vorgeschichte

Das Molle-System und die Entwicklung funktionaler Tragesysteme ist nicht vom Himmel gefallen. Die steigenden Anforderungen an Ausrüstung und Tragesysteme sind die Triebfeder für Neuentwicklung und Optimierung. Als Beispiel: Im Jahr 1957 wurde das Tragesystem M1956 (LCE) eingeführt. 10 Jahre später wurde es überarbeitet und im Jahr 1974 von ALICE (All-purpose Lightweight Individual Carrying Equipment) abgelöst. Das Molle-System löste wiederum 1997 bei der United States Army das Vorläufersystem ALICE ab. Selbstverständlich unterwerfen auch andere Länder bis heute ihre Ausrüstung einer kritischen Betrachtung. Das “Projekt Idz” ist beispielsweise ein aktuelles Modernisierungsprogramm des Bundesheers und wird seit dem Jahr 2013 unter der Bezeichnung „Gladius“ an die deutsche Infanterie ausgeliefert.

PALS – Pouch Attachment Ladder System

Das PALS, zu Deutsch: Leiterförmiges Taschenbefestigungssystem ist das System, mit dem persönliche Ausrüstung befestigt wird und ist der Verbindungsmechanismus des Molle-Tragesystems.

PALS bezeichnet eine normierte Befestigungsbasis in vertikaler Schlaufenform, die in aller Regel aus Cordura besteht. Diese Schlaufen befinden sich unter anderem auf Rucksäcken, taktischen Westen und einer Vielzahl von Ausrüstungsgegenständen. An vielen Zusatztaschen und Ausrüstungseinheiten befinden sich zusätzlich eine oder mehrere vertikale Cordura-Streifen, die in die Schlaufen der Weste oder des Rucksackes eingeflochten und mit einem Druckknopf verschlossen werden. Das normierte Maß des PALS ermöglicht eine individuelle Zusammenstellung der Ausrüstung. Die Gurtbandbreite ebenso wie der Gurtbandabstand beträgt genau 25,4 mm (1 Zoll). Die Schlaufenbreite dagegen beträgt genau 38,1 mm (1,5 Zoll).

Nicht immer haben alle Ausrüstungsgegenstände sowohl PALS-Schlaufen als auch den Verbindungsstreifen. In diesen Fällen kommen sogenannte TecTie Straps zum Einsatz. Diese werden wie oben beschrieben ebenfalls durch die Schlaufen geflochten und bieten ebenso stabilen Halt wie die Kombi-Lösung.

Darüber hinaus existieren derzeit Tragesysteme, die wie das Molle-System funktionieren, jedoch nicht diesen Standard erfüllen.

Fazit

PALS ist ein auf Schlaufen basierendes Befestigungssystem, das für das Molle-Tragesystem entwickelt wurde. Diese Kombination ermöglicht eine individuelle und vor allem hochflexible Verbindung von Ausrüstungsgegenständen für verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Das Molle-System ist keine ewigwährende Patentlösung für Tragesysteme, aber auch im zivilen Bereich des Trekkings, Campings oder diverser Survivalabenteuer erfährt das normierte Trage- und Befestigungssystem wachsenden Zuspruch aufgrund der hohen Flexibilität und Individualität.