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Himmelsrichtungen ohne Kompass bestimmen

Zur Orientierung im Gelände ist es unvermeidbar zu wissen wo die jeweiligen Himmelsrichtungen liegen. Im Optimalfall bestimmt man diese mit Hilfe eines Kompasses. Aber auch ohne Hilfsmittel kann man die Himmelsrichtungen relativ verlässlich bestimmen.

Mit Hilfe der Sonne

„Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen will sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen“. Mit dieser eingängigen Eselsbrücke lässt sich die jeweilige Himmelsrichtung mit Hilfe des Sonnenstandes und der Uhrzeit bestimmen. Zur Mittagszeit, also etwa um 13 Uhr, erreicht die Sonne ihren höchsten Stand. In dieser Richtung liegt Süden. Demzufolge steht die Sonne vormittags im Osten und nachmittags im Westen.

Eine weitere Methode zur Bestimmung der Himmelsrichtungen ist mit Hilfe einer analogen Uhr. Die Uhr wird so ausgerichtet, dass der Stundenzeiger auf die Sonne gerichtet ist. Als nächstes denkt man sich eine imaginäre Line vom Mittelpunkt des Zifferblattes bis zur 12 im Winter oder bis zur 1 im Sommer. Die Winkelhalbierende, also die halbe Strecke zwischen 12 bzw. 1 Uhr und der Uhrzeit, zu der man die Himmelsrichtung bestimmen will, zeigt immer nach Süden.

 

Ohne die Sonne

Unter anderem bei starker Bewölkung ist es nahezu unmöglich die Himmelsrichtungen mit Hilfe der Sonne zu bestimmen. In diesem Fall bedient man sich dem wohl bekanntesten Trick der Welt. Auf der Nordseite von Bäumen oder Felsen wächst Moos und zwar in aller Regel nur auf dieser Seite. Ebenfalls ist die Nordseite eines Baumes meistens etwas feuchter als die Südseite.

Die allermeisten Pflanzen wachsen in Richtung Sonnenlicht. Die Südseite von großen Laubbäumen ist daher bewachsener als die Nordseite. Kleinere Pflanzen richten sogar die ganze Wuchsrichtung nach Süden aus.

Orientierungshilfen am Nachthimmel

Der Polarstern – auch „Nordstern“ genannt –  ist der hellste Stern im Sternenbild Kleiner Wagen und liegt in Richtung des geografischen Nordens.

Sollte der Polarstern unauffindbar sein oder durch eine Wolke verdeckt werden, können die Himmelsrichtungen auch mit jedem anderen Stern bestimmt werden. Dazu ist es wichtig, sich die Position eines Sterns zu merken. Dies gelingt leicht, wenn sich der Stern optisch in der Nähe eines geografisch markanten Punktes befindet, beispielsweise einer Baum- oder Bergspitze. Nach ein paar Minuten wird die ursprüngliche mit der neuen Position des Sterns verglichen.

 

Ist der Stern nach oben gewandert, blickt man in Richtung Osten.

Ist der Stern nach unten gewandert, blickt man in Richtung Westen.

Ist der Stern nach links gewandert, blickt man in Richtung Norden.

Ist der Stern nach rechts gewandert, blickt man in Richtung Süden.

 

 

 


Die exakte Bestimmung der Himmelsrichtungen ist mit diesen Methoden nicht zu 100% möglich, aber befähigt dennoch zu einer verlässlichen Orientierung im Gelände. Des Weiteren existieren auch eine Reihe von „unnatürlichen“ Orientierungshilfen, die im Notfall zumindest einen Anhaltspunkt liefern. Beispielsweise sind die meisten Satellitenschüsseln in Deutschland nach Süden ausgerichtet sowie alte Kirchen so erbaut worden, dass der Altar in Richtung Osten zeigt.

Zusammenfassend: Ein qualitativ hochwertiger Kompass erleichtert die Orientierung, ist aber im Notfall nicht die einzige Methode zur Bestimmung der Himmelrichtungen.