Krisensituation: Krankheiten und Epidemien

Die unsichtbare Gefahr

Seit jeher wird die Menschheit von Krankheiten geplagt. Normalerweise geht der Betroffene zum Arzt und bekommt Medikamente verschrieben, die eine zeitnahe Genesung versprechen. Aber insbesondere heute, in unserer globalisierten Welt, sind Epidemien und Pandemien eine ernstzunehmende und schwer eindämmbare Gefahr für die Gesundheit. Während einem SHTF-Szenario wie zum Beispiel einer verheerenden Naturkatastrophe, oder den Nachwirkungen eines ABC-Szenarios ist die Ansteckungsgefahr mit Krankheiten aufgrund der eingeschränkten oder nicht vorhandenen Hygiene in der Region noch erheblich größer als im “Normalzustand”. Durch beispielsweise den Kontakt von Ersthelfern mit den betroffenen Menschen im Krisengebiet, wird eine regionale Krankheit schnell zur Epidemie. (Der worst case dieses Szenarios ist natürlich ein terroristischer Anschlag mit biologischen Waffen, der eine ansteckende Massenerkrankung bis hin zu einer tödlichen Pandemie auslöst).

Durch den weltweiten Tourismus verbreiten sich Krankheiten jedoch auch ohne Menschliches Zutun so schnell, dass diese selbst eine Krisensituation darstellen bzw. auslösen können. Die “SARS-Pandemie 2002/03” war die erste Pandemie des 21. Jahrhunderts. Es war das erste Auftreten des von vom SARS-assoziierten Coronavirus hervorgerufenen Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS). Das Robert Koch-Institut verweist auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die dieses Virus als gesundheitliches Risiko von internationaler Bedeutung eingestuft hat. Eine vergleichbare Einstufung gab es beim Auftreten des A/H1N1-Virus (Schweinegrippe) im Jahr 2009. Das RKI und die WHO berichtete, dass aufgrund der geringen Immunität der Weltbevölkerung gegen diesen Virenstamm, die Pandemie zwischen 100.000 bis 400.000 Todesfälle alleine im Jahr 2009 verursachte.

Abgesehen von diesen medienrelevanten Massenerkrankungen können auch schon kleine Ereignisse wie ein Mückenstich oder Zeckenbiss eine Erkrankung (z.B. Borreliose) auslösen, die eine Krisensituation bei dem Betroffenen auslöst.

Nochmal der Hinweis: Krankheiten können selbst eine Krisensituation darstellen bzw. auslösen (Epidemie/Pandemie) oder ein gegenwärtiges Szenario noch gefährlicher machen, wenn sich die Gesellschaft nicht im “Normalzustand” befindet.

Konsequenzen einer Infektion

Hat man aufgrund von Symptomen den Verdacht sich mit einer Krankheit infiziert zu haben und ist es nicht im “Normalzustand der Gesellschaft” möglich einen Arzt auszusuchen, ist es dennoch notwendig alle möglichen Massnahmen zur Genesung zu ergreifen. Gleichzeitig sollten unbedingt geeignete Vorkehrungen getroffen werden, um ggf. die übrigen Mitglieder einer Gruppe nicht anzustecken. Das bedeutet, je nach Situation eine Quarantäne der infizierten Person, beispielsweise durch räumliche Trennung oder Distanzierung. Die Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen der übrigen Gruppenmitglieder muss zwingend fehlerfrei verlaufen, um die Ausbreitungswahrscheinlichkeit der Krankheit innerhalb der Gruppe zu minimieren. Dennoch darf das infizierte Gruppenmitglied keiner zusätzlichen Gefahr ausgesetzt werden, da der Schutz und Erhalt der Gruppe in einer Krisensituation die oberste Priorität hat. Eine Quarantäne ist zwar notwendig, aber kein absoluter Schutz vor einer Infektion. Während der Inkubationszeit einer Krankheit kann die infizierte Person, bei der die Symptome zuerst bemerkt werden die übrigen Gruppenmitglieder trotzdem bereits angesteckt haben.

Krankheiten: Vorsorgemaßnahmen für Prepper

Verhalten und persönliche Vorsorgemaßnahmen

Zur bestmöglichen Vorbereitung auf die “unsichtbare Gefahr” durch Krankheiten, gehört neben einer gutausgestatteten Hausapotheke und entsprechender Notfallausrüstung auch ein umfangreiches und fundiertes Wissen über die gängigen Krankheiten und deren, möglicherweise auch alternativen, Behandlung.

Informationen

Wie so oft im Leben bedeuten Informationen Wissen und “Wissen ist Macht” – Francis Bacon. Natürlich gibt es Krankheiten oder Infektionen, die ohne moderne Medikamente nicht zu behandeln sind. Aber für vieles gibt es im Notfall auch alternative Behandlungsmethoden, die selbst in einem SHTF-Szenario angewendet werden können.

So hilft Salbei zum Beispiel bei Atemwegserkrankungen, Probleme im Mund- und Rachenraum sowie übermässiges Schwitzen. Zudem ist Salbei eine Ergänzung zur Zahnpflege.

Honig und Kamille wirken entzündungshemmend und können beispielsweise zur Desinfektion von Wunden eingesetzt werden.

Knoblauch und Zwiebeln helfen bei einer Grippe oder grippalen Infekten.

Zur Krisenvorsorge gehört aber auch zu wissen, welche Medikamente notwendig sind, um die gängigen Erkrankungen bekämpfen zu können und vor allem wo man diese im Notfall “auftreiben” kann. Dazu empfiehlt sich ein persönliches Gespräch mit dem Hausarzt, um aus der persönlichen Patientenhistorie zu erfahren welche Medikamente bei einem selbst gut helfen, aber vor allem auch, welche unverträglich sind.

Hausapotheke und persönliche Ausrüstung

Die Hausapotheke muss neben den gängigen Verbandsmaterialien, die sich beispielsweise in einem KFZ-Verbandskasten befinden, auch Medikamente für wahrscheinliche und häufige Beschwerden enthalten. Dazu zählen insbesondere Schmerzmittel i.w.S, Durchfall- und Fiebermedikamente, Desinfektionsmittel und selbstverständlich alle ärztlich verordneten Medikamente. Darüber hinaus sollte die Hausapotheke auf die individuellen Bedürfnisse angepasst und durch sinnvolle Präparate erweitert werden. Desinfektionsmittel in großen Mengen ist für dieses Szenario natürlich unverzichtbar. 

Klebeband, Atemschutzmaske, Handschuhe und große Folien gehören zwar nicht direkt zur Hausapotheke, sind aber für den Fall, dass die Ausbreitung von Krankheiten verhindert werden soll, zwingend notwendig. Mit Hilfe der Folie und des Klebebands könnte sogar ggf. ein Raum in einen Quarantänebereich umgewandelt werden.

Verhalten

Um die Infektionsgefahr mit einer Krankheit während einer Krisensituation zu minimieren ist besonders auf die persönliche Hygiene zu achten. Regelmäßiges Händewaschen und das Reinigen von genutzter Ausrüstung ist extrem wichtig, kostet aber eine große Menge Wasser. Der heimische Trinkwasservorrat muss dementsprechend um die Wassermenge für die persönliche Hygiene erweitert werden. Darüber hinaus sollten Wasseraufbereitungspräparate in die Notfallausrüstung aufgenommen werden, um im Zweifel beispielsweise auch Regenwasser nutzen zu können.

Menschansammlungen sollten während einer solchen Krisensituation grundsätzlich gemieden werden. Durch die Verwendung von Einweghandschuhen und einem Mundschutz wird die Ansteckungsgefahr jedoch minimiert, sollte sich der Kontakt zu einer infizierten Person, z.B. einem Gruppenmitglied, nicht verhindern lassen.  Die betroffene Person sollte sich jedoch im Falle eines bug-in und in Abhängigkeit der Schwere der Krankheit in einem separaten Raum unter Quarantäne befinden.

Sofern es sich um eine Epidemie/Pandemie handelt und die terrestrische Übertragung funktioniert, muss sich der Erkrankte selbst oder falls vorhanden ein Gruppenmitglied permanent über den Status der Krise informieren, damit gegebenenfalls ein bug-out vorbereitet werden kann, um eine medizinische Notfall-Versorgungseinrichtung zu erreichen.

Im Beitrag B.O.B – Dein persönlicher Fluchtruckack erfährst du was für einen erfolgreichen bug-out nötig ist und welche Ausrüstung dein persönlicher Bug Out Bag enthalten sollte.